Österreich zählt zu den wasserkraftreichsten Ländern Europas – ein Fundament, auf dem die heimische Energieversorgung seit Jahrzehnten ruht. Doch die Energiewelt verändert sich: Mit dem Ausbau volatiler erneuerbarer Erzeugung steigen die Anforderungen an Flexibilität, Netzstabilität und wirtschaftliche Effizienz. Ein aktuelles Projekt von neoom, dem Kärntner Energieversorger Kelag und dem Anlagenbauer Andritz Hydro zeigt, wie sich diese Anforderungen lösen lassen: durch die Kombination eines bestehenden Laufwasserkraftwerks mit einem intelligent gesteuerten Stromspeicher. Im Blogartikel erklärt der zuständige neoom-Projektleiter Thomas Kloibhofer, warum dieses Hybridkraftwerk als Blaupause für die Energiewende in Österreich gilt.
Wasserkraft und Stromspeicher ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Stärken mitbringen. Während das Laufwasserkraftwerk verlässlich große Energiemengen liefert, sorgt der Stromspeicher für die Reaktionsgeschwindigkeit, die ein rotierendes System nicht erreichen kann: Er nimmt im Millisekundenbereich Leistung auf oder gibt sie ab, agiert netzdienlich und schützt dabei gleichzeitig die Turbine vor mechanischem Stress – genau darin liegt der entscheidende Vorteil dieser Kombination. Der Effekt reicht über den reinen Netzdienst hinaus: Die Turbine wird geschont, ihre Lebensdauer verlängert sich, und der wirtschaftliche Wert der Anlage steigt. Konkret ist der Stromspeicher für Primär-, Sekundär- und Tertiärregelreserve (FCR, aFRR und mFRR) ausgelegt und nimmt gleichzeitig am Day-Ahead- und Intraday-Handel teil. Dazu übernimmt er Fahrplan- und Profiloptimierung, Blindleistungsbereitstellung, Netzstützung und Lastspitzenmanagement – und optimiert damit den gesamten Kraftwerksbetrieb.