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Wasserkraft trifft Stromspeicher: Wie ein Hybridkraftwerk in Österreich neue Maßstäbe setzt

aktualisiert am:  3. August 2026
10 min Lesezeit
Kelag Batteriespeicher Schütt

Ein gemeinsames Projekt von neoom, Kelag und Andritz Hydro zeigt, wie sich bestehende Laufwasserkraftwerke mit Stromspeichern zu hochflexiblen, wirtschaftlichen Hybridkraftwerken aufrüsten lassen.

Österreich zählt zu den wasserkraftreichsten Ländern Europas – ein Fundament, auf dem die heimische Energieversorgung seit Jahrzehnten ruht. Doch die Energiewelt verändert sich: Mit dem Ausbau volatiler erneuerbarer Erzeugung steigen die Anforderungen an Flexibilität, Netzstabilität und wirtschaftliche Effizienz. Ein aktuelles Projekt von neoom, dem Kärntner Energieversorger Kelag und dem Anlagenbauer Andritz Hydro zeigt, wie sich diese Anforderungen lösen lassen: durch die Kombination eines bestehenden Laufwasserkraftwerks mit einem intelligent gesteuerten Stromspeicher. Im Blogartikel erklärt der zuständige neoom-Projektleiter Thomas Kloibhofer, warum dieses Hybridkraftwerk als Blaupause für die Energiewende in Österreich gilt.

Zwei Technologien, eine Stärke

Wasserkraft und Stromspeicher ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Stärken mitbringen. Während das Laufwasserkraftwerk verlässlich große Energiemengen liefert, sorgt der Stromspeicher für die Reaktionsgeschwindigkeit, die ein rotierendes System nicht erreichen kann: Er nimmt im Millisekundenbereich Leistung auf oder gibt sie ab, agiert netzdienlich und schützt dabei gleichzeitig die Turbine vor mechanischem Stress – genau darin liegt der entscheidende Vorteil dieser Kombination. Der Effekt reicht über den reinen Netzdienst hinaus: Die Turbine wird geschont, ihre Lebensdauer verlängert sich, und der wirtschaftliche Wert der Anlage steigt. Konkret ist der Stromspeicher für Primär-, Sekundär- und Tertiärregelreserve (FCR, aFRR und mFRR) ausgelegt und nimmt gleichzeitig am Day-Ahead- und Intraday-Handel teil. Dazu übernimmt er Fahrplan- und Profiloptimierung, Blindleistungsbereitstellung, Netzstützung und Lastspitzenmanagement – und optimiert damit den gesamten Kraftwerksbetrieb.

Mehr als ein Stromspeicher: echte Systemintegration

Stromspeicher aufzustellen, können mittlerweile viele Anbieter. Was dieses Projekt besonders macht, ist die Tiefe der technischen Integration in eine gewachsene Kraftwerksinfrastruktur. Die eigentliche Herausforderung lag nicht im Speicher selbst, sondern in der Verbindung komplexer Systemwelten. neoom musste seine Speichersteuerung und sein Know-how in der Speichertechnologie nahtlos in eine bestehende Wasserkraftwerk-Infrastruktur integrieren – erschwert durch eine übergeordnete Fremdleittechnik. Genau in dieser Systemintegration liegt eine der zentralen Stärken von neoom. Bei allen neoom-Projekten steht die möglichst effektive und wirtschaftliche Nutzung von Stromspeichern und Energiemanagement im Zentrum – individuell zugeschnitten auf die Anforderungen des Kunden, meist mit dem neoom EMS, immer mit der neoom SPS und stets in Verbindung mit erneuerbaren Energien.

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Technisch anspruchsvolle Projekte gelingen selten allein durch gute Technologie. Für den neoom Projektleiter Thomas Kloibhofer war das persönliche Miteinander mit Kelag und Andritz Hydro einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg – insbesondere, da es sich um die erste gemeinsame Zusammenarbeit handelte.

Die Zusammenarbeit und Kommunikation waren wirklich gut — und das ist alles andere als selbstverständlich. Diskussionen waren konstruktiv und lösungsorientiert, Probleme wurden gemeinsam angegangen und ehrlich kommuniziert. Auch deshalb konnten wir das Projekt in vergleichsweiser kurzer Zeit erfolgreich umsetzen.
Thomas Kloibhofer_Porträt (500 x 400 px) (200 x 200 px)
Thomas Kloibhofer neoom Projektleiter

Jeder Partner brachte dabei seine Kernkompetenz ein: Kelag verantwortete die Betriebsführung des Wasserkraftwerks und definierte klare Anforderungen an IT-Sicherheit, Systemverfügbarkeit und Projektziele. Andritz Hydro steuerte tiefes Know-how in Leittechnik, Wasserkraft und Elektrotechnik bei und setzte hohe Standards in Planung und Umsetzung. Dass alle drei Partner ihren Teil des Systems mit echter Fachkompetenz verantwortet haben, zeigt sich im Ergebnis – und in der Geschwindigkeit, mit der das Projekt umgesetzt wurde.

Der Moment, der bleibt

Nach Monaten der Planung und Integration gab es für das Projektteam zwei Meilensteine, die besonders in Erinnerung geblieben sind. Beim Werksabnahmetest (FAT) in Freistadt zeigten die ersten Testversuche bereits die erhofften Ergebnisse – das Zusammenspiel von Leittechnik, Versuchsaufbau und Stromspeicher funktionierte wie geplant. Endgültige Gewissheit brachte dann die Inbetriebnahme direkt beim Kunden: Als Wasserkraftwerk und Stromspeichern unter realen Bedingungen gemeinsam funktionierten, alle Systeme miteinander kommunizierten und die erwarteten Ergebnisse lieferten, war für das Team klar – es funktioniert wirklich. Ein Moment, an den sich das ganze Team noch lange erinnern wird.

Warum Hybridkraftwerke die Zukunft sind

Mit dem weiteren Ausbau volatiler Erzeugung wächst der Bedarf an Anlagen, die flexibel, schnell und wirtschaftlich zugleich agieren können. Intelligente Hybridkraftwerke bieten dafür eine wirtschaftliche Lösung, die gleich zwei Vorteile vereint: Sie stabilisieren das Netz und schaffen gleichzeitig einen echten wirtschaftlichen Mehrwert für den Betreiber. Genau diese Anforderungen werden in einer Energiewelt mit wachsender volatiler Einspeisung künftig immer gefragter sein.

Bedeutung für die Energiewende in Österreich

Österreich verfügt über eine außergewöhnlich dichte Wasserkraftinfrastruktur – und genau darin liegt aus Sicht des Projektteams ein enormes, bislang nicht ausgeschöpftes Potenzial. Innovative Projekte wie dieses verbinden heimische Wirtschaftskraft mit Zukunftssicherheit: Sie stärken den Energiestandort Österreich, sichern die Versorgung und schaffen lokale Wertschöpfung – eine Energiewende, die in Österreich wirklich Sinn ergibt.

Impulse für andere Energieversorger

Für Energieversorger, die ihre bestehenden Kraftwerke mit Speichertechnologie erweitern möchten, hat Thomas Kloibhofer eine klare Empfehlung:

Definiert eure Anforderungen und Ziele klar — bevor ihr über Technologie sprecht. Entwickelt ein durchdachtes Energiekonzept, legt Leistung und Anwendungsfall fest und orientiert euch bewährte Lösungen an. Arbeitet mit Partnern zusammen, die dieses Geschäft wirklich verstehen — von der Wasserkraft bis zur Batterietechnologie. Wasserkraft und Stromspeicher können gemeinsam außergewöhnliche Ergebnisse erzielen. Dieses Projekt ist der Beweis dafür.
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Thomas Kloibhofer neoom Projektleiter

Ein Projekt mit Vorbildcharakter

Am Ende bleibt für das gesamte Team vor allem eines: der Stolz auf den erfolgreichen Projektabschluss und auf die gewonnenen Erkenntnisse aus dieser tiefen Systemintegration – Erkenntnisse, von denen künftige Projekte direkt profitieren. Für neoom, Kelag und Andritz Hydro ist das Projekt damit weit mehr als ein technischer Erfolg: Es ist ein Beleg dafür, dass Österreichs bestehende Wasserkraftinfrastruktur mit intelligenter Speichertechnologie zu echten Hybridkraftwerken werden kann – flexibel, wirtschaftlich und bereit für die Anforderungen einer zunehmend volatilen Energiewelt.

 

 

 

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